Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte

Das Demenzservicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist als solches seit Dezember 2007 aktiv. In Verbindung mit einem Vorläuferprojekt der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gibt es die Beratungs-.und Unterstützungsangebote allerdings bereits seit Anfang 2004. Insofern liegen bereits langjährige Erfahrungen mit der Zielgruppe dementiell erkrankter Migrantinnen und Migranten vor.

Träger ist die Arbeiterwohlfahrt, Unterbezirk Gelsenkirchen-Bottrop.

Angesiedelt ist das Demenz-Servicezentrum neben anderen Beratungs- und Dienstleistungsangeboten im Integrativen Multikulturellem Zentrum (IMZ) der AWO in Gelsenkirchen-Bismarck.

Das Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ist nicht regional sondern mit dem thematischen Auftrag Demenz & Migration für ganz NRW zuständig.

Die Kontaktadressen der Mitarbeiterinnen des Demenz-Servicezentrums (DSZ) finden Sie unter dem Menüpunkt "Wir über uns / Kontakt".

Eine Anfahrtsskizze zum DSZ finden Sie unter "Wir über uns / Anfahrt".

Was wir leisten können, was Sie als Ratsuchende von uns erwarten können, haben wir unter dem Menüpunkt "Unser Service / Beratung und Unterstützung" zusammengefasst.

Materialien, Tipps und Hinweise in deutscher Sprache finden Sie unter dem Menüpunkt "Materialien", Material in anderen Sprachen haben wir bei den Menüpunkten "Türkisch" und "Russisch" hinterlegt. 
In Kürze werden Sie polnischsprachige Materialien unter dem Menüpunkt "andere Sprachen" finden - wir arbeiten zur Zeit daran!

Bitte beachten Sie auch die Hinweise auf kommende Veranstaltungen unter dem gleich lautenden Menüpunkt; Berichte über durchgeführte Veranstaltungen und andere Berichte finden Sie unter dem Menüpunkt "Unser Service / Meldungen".

Wir freuen uns auf Ihr Stöbern auf unserer Webseite und sind gerne offen für Ihre Anregungen.

Sollten Sie Interesse haben, Eigenes auf unserer Webseite zu veröffentlichen und eine Verlinkung vorzunehmen, wenden Sie sich bitte per Email an Heinz Lübke: heinz.luebke@awo-gelsenkirchen.de

 

Demenz und Migration

 

Demenz und Migration

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gehören die Versorgung von Menschen mit Demenz und die Unterstützung ihrer Angehörigen zu den aktuellen sozialpolitischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die in Deutschland lebenden MigrantInnen sind im gleichen Maße von dieser Entwicklung betroffen wie die einheimische Bevölkerung der Bundesrepublik. Aufgrund der spezifischen sozioökonomischen Lebenslage der älteren MigrantInnen und deren Migrations- und Arbeitsbiographie treten alterstypische Krankheiten zudem sogar früher auf.

In den letzten Jahren ist mit der Zunahme Älterer mit Migrationsgeschichte auch das Bewusstsein für die Problemlagen Demenzkranker unter der Gruppe der Zugewanderten und deren Angehörige deutlich gestiegen. Dennoch herrscht nach wie vor ein großes Ungleichgewicht zwischen dem kontinuierlich steigenden Bedarf und dem vorhandenen Versorgungsangebot.

Neben dem offenkundigen Bedarf nach einer institutionellen Implementierung kultursensibler Beratungs-, Versorgungs- und Hilfsangebote zeigen die Erfahrungen auch, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte die bereits bestehenden Angebote der Demenzversorgung kaum in Anspruch nehmen. Schwierigkeiten ergeben sich nicht nur aus Sprachbarrieren, sondern auch aus Informationsdefiziten bezüglich der Demenzkrankheit und möglicher Unterstützungsangebote. Hinzu kommt, dass die speziellen Angebote für demenziell Erkrankte im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich bislang nicht hinreichend auf die Bedürfnisse demenzkranker MigrantInnen zugeschnitten sind und ein vernetztes adäquates Versorgungsangebot meist fehlt.

Viele ältere MigrantInnen beherrschen die deutsche Sprache nicht oder nur unzureichend; teilweise verlieren sie ihre bisher erworbenen Sprachkenntnisse aufgrund des Verlustes des Kurzzeitgedächtnisses, der mit einer Demenz einhergehen kann. Auch die bestehenden Demenzdiagnostikverfahren sind bislang ungeeignet für Menschen mit niedriger formaler Bildung oder einem anderen kulturellen Hintergrund. Somit ist das sprachbasierte Diagnostikverfahren nicht so effektiv, wie eine kulturell angepasste, nonverbale Diagnostik. Eine Ansprache durch muttersprachliche Fachkräfte erleichtert den Zugang und ermöglicht die Kommunikation und die Beschäftigung mit den Demenzkranken. Auch Informations- und Aufklärungsmaterialien zu Demenz, Broschüren, Ratgeber, Flyer usw. müssen in der jeweiligen Muttersprache verfasst sein und sich kulturell an der Lebenssituation von MigrantInnen orientieren.

Einerseits ist eine interkulturelle Öffnung der Altenhilfe durch eine kultursensible Angebotsgestaltung und interkulturell qualifizierten Teams ansatzweise erkennbar, andererseits wird die pflegerische Unterstützung für Demenzerkrankte zu einem Großteil von bereits gut integrierten Familienangehörigen erbracht. Um bestehende Versorgungsstrukturen für an Demenz erkrankte MigrantInnen besser zugänglich zu machen und kultursensible bedarfsgerechte Angebote aufzubauen, ist die Sensibilisierung der Akteure des Gesundheitswesen und der Altenhilfe und deren Vernetzung in Kooperation mit MSOs und anderen Multiplikatoren in den Communities wegweisend.