Selbsthilfegruppe für türkischstämmige Angehörige von dementiell erkrankten Menschen

Demenz-Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte - am 6. Feb 2015

Seit 2015 gibt es die erste Selbsthilfegruppe für türkische Angehörige von Demenzkranken in Gelsenkirchen. Bei den regelmäßigen Treffen sollen die Familien unterstützt und gestärkt werden.

Erstmals gibt es in Gelsenkirchen eine Selbsthilfegruppe, in der sich Angehörige von Menschen mit Demenz in türkischer Sprache austauschen und gegenseitig unterstützen können.

Seit mehr als 50 Jahren leben Familien, die gebürtig aus der Türkei stammen, in Deutschland. Die meisten kamen ins Ruhrgebiet, um ihren Familien eine bessere Versorgung zu ermöglichen und waren als Arbeiter sehr willkommen. Viele büßten dabei unter widrigen Arbeitsbedingungen ihre Gesundheit ein und mussten als erste Generation ein Leben in der Fremde bestreiten ohne adäquate muttersprachliche Informationen über Rechte und Versorgungsangebote.

Die medizinisch-betreuerische Versorgungslage der rund 1,4 Millionen Menschen, die heute in Deutschland an einer Demenz erkrankt sind, ist noch immer unzureichend. Viele Betroffene erhalten bislang keine leitliniengerechte Behandlung.

Mittlerweile hat sich ein Versorgungsnetz etabliert, so dass Angehörigen von Alzheimer- oder Demenzpatienten mehr Anlaufstellen zur Verfügung stehen. Dies gilt jedoch nicht für Menschen mit Migrationshintergrund. Hier ist nach wie vor eine Versorgunglücke zu konstatieren!

Die Migranten der ersten Generation leben heute als SeniorInnen in Gelsenkirchen und haben wie die deutschen Menschen im Ruhestand Sorgen bezgl. geringer Renten und medizinsicher Versorgung. Jedoch sind demenzerkrankte Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eine bundesweit vernachlässigte Gruppe, die bislang kaum in den Fokus der Demenzforschung, der Versorgung, der Unterstützung leistenden Institutionen und der Gesundheitspolitik gerückt ist. Da aufgrund der demografischen Entwicklung und der Erkenntnis, dass die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, mit zunehmendem Alter wächst, ist jedoch auch mit einem starken Anstieg demenzerkrankter Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu rechnen.

Frau Serpil Kilic, Mitarbeiterin des Demenz- Servicezentrum für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Gelsenkirchen trägt diesem Mangel zusammen mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle Gelsenkirchen Rechnung. Angehörige von Dementiell erkrankten Menschen werden bei dem Aufbau einer türkischsprachigen Selbsthilfegruppe begleitet und bei ersten Treffen unterstützt. Die Gruppe wird sich ab dem 22.01.2015 von 19.00-21.00 in den Räumlichkeiten der Tagesstätte des Nienhof, in der Wilhelmstraße 77, 45891 Gelsenkirchen  treffen. Die Selbsthilfegruppe soll Unterstützung bieten durch den gemeinsamen Austausch unter Betroffenen, sowie die Möglichkeit Informationen zum deutschen Gesundheitssystem und zu den Angeboten bei einer Demenzerkrankung zu erhalten. Ziel der Gruppe ist es zu vermitteln „Wir sind nicht allein“ was der Gruppe auch ihren Namen gibt „.Yalnız Değiliz

Angehörige und Interessierte, die teilnehmen oder hierzu nähere Informationen erhalten möchten, sind herzlich eingeladen, sich an Frau Kilic, Telefon: 0209-60483-29 oder die Selbsthilfe-Kontaktstelle Gelsenkirchen, Telefon. 0209-9132810 zu wenden.

Weitere Infos entnehmen Sie bitte dem Flyer